Tipps und Tricks, Bauberichte


 

 

Optisch noch nicht fertig. Aber fliegen kann sie schon.

 

Ein Beitrag von Uwe Päsler

Wow! Der Anblick des Airwolfs in 500er Größe war, allein der für mich maximalen Größe wegen, schon recht beeindruckend.

Maximal, lediglich ein 500er?

Für meine Verhältnisse ja. Verliebt in die unbestrittene Handlichkeit der 450er Größe, die, sich inzwischen zum ‚Immer dabei Heli‘ entwickelt hat, eine übersichtliche Logistik im und außer Haus bietet, und dabei noch die Unterhaltungskosten im Rahmen hält, sollte es dennoch auch mal ein anderes Format werden. Nur zu groß durfte er nicht werden. Einerseits wegen meiner körperlichen Einschränkung beim Transport von entsprechend schweren Modellen, aber auch der Logistik im Hause wegen.

Allerdings sollte es unbedingt ein Airwolf Rumpf sein, wie die kleine 450er Bellamie. Natürlich ist alles eine Frage des Geschmacks. Aber mir gefällt nun einmal die aufwendige Gestaltung, die rasante Form und die Faszination des Einziehfahrwerkes. Auch wenn gerade das die Vielseitigkeit ins Absurdum führt. Denn nichts ist für einen Rasenplatz ungeeigneter als ein so tief liegender Heckrotor. Aber wie es so ist, Liebe macht blind und das Thema habe ich ja bereits mit der kleinen Schwester erfahren. Aber wie es im Leben so ist, irgendwie geht alles, man muss es nur wollen.

Doch genug der Schwärmerei, zurück zu den Anfängen. Der Vorbesitzer wollte ihn loswerden, um eine Neuanschaffung trotz der angeheirateten Sparverordnung zu ermöglichen. Und ich wollte, derzeit aus familiären Gründen, nicht so viel Geld ausgeben. Wieviel es im Endeffekt später tatsächlich wurde, konnte ich damals noch nicht erahnen. Wer ahnt auch schon, dass jemand selbst 1,5mm Imbussschrauben anscheinend mit einer Schlagbohrmaschiene festdreht und dabei nicht einen Schraubenkopf ‚unverwürgt‘ läßt und damit eine Flut von Neuteilen hervorruft.

Schadensbegrenzung: das Herausarbeiten verwürgter Schrauben. Grün, wie im OP Saal. Jedoch heissen die Keime hier Metallspäne, sind aber ähnlich gefährlich.

 

Dennoch, nachdem das Projekt mehrere Monate erst einmal nur herumgestanden hat, wuchs die Ungeduld ins Unermessliche und die erste Woche des für das Refit angesetzten Urlaubs begann. Denn dass der Vogel so nicht bleiben würde, war mir von Anfang an klar. Das da, das war die hingehauene und inzwischen mehrfach geflickte Version des ‚Bastlers‘. Nicht aber das, was ich mir unter meiner Maxima vorgestellt hatte. Wie bei UP heli projects üblich, sollte gerade Maxima etwas Besonderes werden. Ein Heli mit vielen, teilweise noch nicht dagewesenen, Features, optisch und technisch beeindruckend. Nur wie, das war mir seinerzeit noch nicht so ganz klar. Also begann die Arbeit erst einmal mit Demontage und Destruction, wie immer bei solchen Refits. Ob Häuser, ob Schiffe, ob Flugmodelle. Vor dem Aufbau kommt die Zerstörung des Vorhandenen, nur darauf aus, etwas Neues zu schaffen, besser als zuvor.

Wie auch bei den 450ern stand Servicefreundlichkeit ganz oben mit auf dem Programm. Scale Helis, deren Mechanik auf die übliche Weise am Boden mit dem Rumpf unter Zuhilfenahme der üblichen Holzklötzchen befestigt ist, sind mir wahrlich suspekt. Besonders schlimm wird es, wenn jemand meint, diese an sich schon recht denkwürdige Technik noch mit zusätzlichen und ungeeigneten Maßnahmen ‚verschlimmbessern‘ zu müssen. Ein Beispiel ausgereifter Antitechnik habe ich durch Zufall auf YouTube entdeckt. Anregend? Eher abschreckend, denke ich. Aber urteilt selbst und lest danach weiter:         http://youtu.be/3sunKzVqkr4

Zusätzliche Löcher im Rumpf… Hätte er doch nur ausschliesslich die serienmäßigen Klötzchen verwendet, dann hätte es gepasst. Und um ehrlich zu sein, ich habe den Sinn der Balsaplatte dazwischen nie verstanden. Aber, weiter im Text.

Also galt es erst einmal, über eine sinnvolle Befestigung der Mechanik nachzudenken. Die bewährte Technik meiner 450er ließ sich allerdings nicht uneingeschränkt 1.1 übernehmen. Zu viel Unterschiede zwischen einem Blade 450X und einem T-Rex 500 Pro lassen das nicht zu. Dennoch, das bewährte Einschubsystem sollte unbedingt auch in Maxima einfliessen. Nur damit ist ein unproblematisches Handling im Servicefall möglich. Dass das dann tatsächlich funktionieren sollte, beweißt eine kleine Anekdote im ‚späteren Leben‘.  Eine Unpässlichkeit im Antrieb des Einziehfahrwerks machte eine Reparatur auf dem Platz notwendig und es hiess: mal sehen, ob du es schaffst, bis deine Akkus geladen sind. Wieso bis die Akkus geladen sind? Ich hatte weitere geladene Akkus. Also lautete das gesetzte Ziel, vorher fertig zu sein. Und tatsächlich, den Heckrotor und dessen Verkleidung entfernen, das Fahrwerksservo ausbauen, die Mechanik lösen und herausschieben, den Fahrwerksantrieb am linken Hinterrad instand setzen und das Ganze wieder zusammenbauen in weniger als 25 Minuten. Ich denke, das spricht eindeutig für sich.

Versuche mit Dummys, reichlich Überlegungen und letztendlich die Anfertigung haben es tatsächlich ermöglicht, ein geeignetes Schubladensystem zu verwirklichen. So, und nicht anders, wollte ich es haben.

      So, und nicht anders, wollte ich es haben.

Das war das. Alles andere verlief parallel. Die Lackierung im Anschluss am Thema ‚Löcher im Rumpf stopfen‘, d.h. die Beseitigung ungewollter Bohrungen für falsch positionierte Beleuchtung, nutzlosen Schalterchen und die verwahrloste Verschraubung der Verkleidung des Heckrotors verliefen parallel zur umfassenden Modifikation der Mechanik.

Ebenfalls parallel die Herstellung der Beleuchtungstechnik, weit abweichend von der Serie. Aber was auch sollte Maxima bereits bei der Projektierung schon alles können. Von der üblichen Posibeleuchtung und den Blitzleuchten abgesehen zusätzlich noch Suchscheinwerfer, selbsttätig schaltbare Hauptscheinwerfer und Jetsimulatoren plus der kabellosen Instrumentenbeleuchtung in der abnehmbaren Haube bis hin zum angestrahlten Piloten. Ein recht umfangreiches Programm, welches selbstverständlich permanent von einer separaten Stromversorgung gespeisst werden muss, um die Kapazität der Flugakkus nicht zu belasten und um einen ununterbrochenen Betrieb auch im Stand zu gewährleisten.

 

Stück für Stück kommt man sich näher und wie bei der heute im Schiffbau üblichen Sektionsbauweise, ist auch Maxima nach und nach auferstanden. Fast so, wie Phoenix aus der Asche.

Und inzwischen ist sie fertig, kann fliegen, ist eingestellt und sieht nach meinem Dafürhalten mit all ihren Dekoren wie Beschriftung, Antennen, Drahtschneider, Scheibenwischern, beleuchtetem Cockpit und Pilot wunderschön und durchaus beeindruckend aus. Allerdings habe ich auch von Dritten noch kein abweichendes Wort gehört sodass ich denke, es hat sich gelohnt. Ich freue mich jedenfalls.

   Pilot’s Lounge

  Akkus im Schacht. Sicher und vibrationsfrei. Der Akku für die Beleuchtung ist unsichtbar untergebracht. Davor und daneben die Technik für die Beleuchtung und den Fahrwerksantrieb.

©: 2015, UP heli projects

 

 

 

 

                                                                


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